Hier geht es um ein eigentlich ganz passables MSI Netbook, seinerzeit ein echtes Highlight. ;)
(auf der CeBit 2009 als erstes Hybrid-Netbook vorgestellt, ca. 550 EUR)

 

Die genaue Bezeichnung sowie die technischen Daten, below:

MSI Wind U115 Hybrid
1 GB SO DDR2-800 Ram (Hynix)
8 GB PATA-ZIF SSD (Samsung)
160 GB Western Digital Scorpio Blue, interne Festplatte (6,3 cm (2,5 Zoll), 5400rpm, 12ms, 8MB Cache, SATA)

OnBoard:
Intel Atom Z530 (1,6 GHz) und Intel-Chipsatz US15W (Codename Poulsbo) mit der integrierten GMA500 Grafikeinheit, integrierte HD-Decoder Funktionen.

Display:
10,2-Zoll LED Panel, nicht spiegelnder WSVGA-Bildschirm mit einer Auflösung von max 1024x768, 32 Bit.


Akku: 5.200-mAh (6-Cell)


Gewicht, 1,3 kg

Ausstattung:
MSI hat das U115-Z53168XP mit der gehobenen Standard-Ausstattung für Netbooks bestückt.
Sie enthält zusätzlich zur 8-GByte-SSD und der 160-GByte-Festplatte, einen Speicherkartenleser, eine Webcam, Bluetooth sowie drei USB-2 Ports
und Audio in/out, samt VGA-Port.
Neben dem klassischem 100-MBit-LAN beherrscht das U115 auch den Wireless-Kontakt zu 300-MBit-WLAN-Netzwerken. (Draft-N)

OS:
Windows XP Home Edition

PRO:
Extrem lange Akkulaufzeit dank des Intel Z530 gegenüber der sonst üblich verbauten ATOM N270 Alternativen.
Extrem helles Display, nicht spiegelnd und damit Outdoor-tauglich.

CONTRA:
Extrem wenig Platz auf der Start-Systempartition der SSD mit 8 GB.
Selbst mit einem völlig abgespeckten XP-Home kommt man hier sehr schnell an die Grenze sobald man auch nur die Standard Programme
installiert.
An etwas größeres wie z.B. ein Office muß man erst gar nicht denken ohne die 2. interne HDD in Anspruch zu nehmen.
Somit ist der Vorteil, nämlich die Abschaltung der 2. HDD nicht mehr gegeben und der Stromverbrauch steigt an.
Ungünstig angeordnetes USB-Port-Paar auf der linken Seite, der Abstand der Buchsen zueinander ist zu knapp, die meisten USB-Sticks sind
zu breit als das sie gleichzeitig hineingesteckt werden können.


Da das Netbook seit geraumer Zeit bei mir nutzlos herumliegt (dafür ist es dann doch zu schade...), möchte ich hier mal eine bebilderte Anleitung hinterlassen, wie man das Netbook doch einigermaßen zeitgemäß doch noch evt. nutzen kann.;)

Der Anlass dazu: Es gibt kaum brauchbares im Netz darüber zu finden.:-(

 


Als erstes habe ich natürlich ein komplettes Backup aller Partitionen angelegt.

Da im Netz ständig was von Aufrüsten mit 16 GB oder gar 32 GB PATA-ZIF SSD's zu lesen ist um z.B. ein Windows 7 zu installieren, welche natürlich sündhaft teuer sind und angeblich läßt sich das Netbook nur damit booten geschweige denn von nicht vorhandenen Treibern für SevenWin und ohnehin wird nichts erkannt?
Da dachte ich mir nöh, ich probiere das jetzt einfach mal aus.

Bei meinem rrr richtigen Computer steht ohnehin eine kleine Aufrüstung in Form einer größeren SSD an und wohin mit der dann übrigen zu kleinen 240 gig-SSD?
In die Bucht damit für 30 Ocken? Nein Danke.
Dann lieber ins MSI damit.*lol*

Der Ralph wäre bestimmt auch scharf auf die SSD, 100pro.


Also, hier liegt das arme Book bereits auf dem Kopf, die Rückwand ist demontiert und bedarf keinerlei Beschreibung, wie das zu bewerkstelligen ist.
Vorraussetzung ist natürlich gutes Werkzeug, kein Billigzeugs, damit kommt man nicht weit, da alle Schrauben sehr sorgfältig eingeklebt wurden.

Bei diesen beiden Schrauben hat selbst mein durchgehärteter Kreuzschlitzdreher versagt oder besser gesagt das Kreuz im Schraubenkopf, zudem Phillips oder wie die heißen.
Sie rührten sich absolut nicht. Das Motherboard war schon völlig durchgebogen.
Ok dachte ich, vermutlich vollgestopft mit Kleber! Also hilft nur erhitzen denn das Modul muß auf jeden Fall raus! Frißt ja sowieso nur Strom.
Da man dort wohl schlecht mit der Flamme arbeiten kann um sie ordentlich zu erwärmen ohne die in der Nähe sitzenden Speicherzellen der SSD zu beschädigen
nimmt man eben den Lötkolben und hält ihn solange auf den Kopf, bis dieser sich auf gut und gerne 150°C erwärmt hat und es endlich hörbar brutzelt.
Natürlich brutzelt der Kleber aber.
Jedenfalls war es soH möglich, die Schrauben zu lösen.

 

Hier ist das Modul gelöst, jetzt wird der schwarze Hebel nach oben geklappt und man kann das Flachbandkabel herausziehen.

 

Hier wurde bereits die Corsair Force GS 240 GB, SATA III 600 SSD eingesteckt um zu sehen, ob sie erkannt und akzeptiert wird.
Um an den Steckplatz zu kommen, muß das Wireless-Modul halb abgeschraubt werden, ein Steckkontakt muß dazu ebenfalls gezogen werden, Achtung, sehr filigran.

Der hochwertige 1 GB Ram-Riegel von Hynix wird auch getauscht.
Es kommen 2 GB gleicher Marke hinein. Mehr Kapazität geht laut MSI nicht und da ich nichts in 4 GB oder mehr herumliegen habe, belasse ich es auch dabei.;)

 

Ein Blick unter das CPU-Abdeckblech, oha...
Keine Spur von Wärmeleitpaste oder ähnliches.
Ich habe da mal ein Tröpfchen Arctic Silver sorgfältig aufgepinselt auch wenn die Temperaturmessung mit dem Infrarotthermometer nur bei ca. 29°C-31°C
liegt denn der Lüfter ist bereits abgeklemmt.
Weniger ist hier eben mehr.

 

Übrigens habe ich soeben noch bevor ich es vergesse einen Benchmark mit der momentan wieder eingebauten Western Digital 160 GB HDD gemacht.
Win 7 Pro x32 habe ich darauf aufgespielt da ich zuf. eine Lizenz dafür habe und zukünftig auch benötige.

Das Netbook wird ohnehin nur zum ansteuern meiner Digital Kamera benutzt werden, dafür sind 2 Spezialprogramme erforderlich, die leider nur auf Win 7
laufen.

Aber man sieht schon den Flaschenhals, oder?

Fortsetzung folgt.;-)

 

SoH, hier der Benchmark mit der nun eingebauten Corsair Force GS SSD 240GB

Das sieht doch schon sehr viel besser aus und man merkt das auch deutlich.
Der Screenshot ist übrigens etwas heller weil inzwischen der gemoddete Grafiktreiber von Yushatak (Yushatak's GMA500 eXtended Driver) installiert wurde.
Den benötige ich weil sonst eines meiner Spezialprogramme nicht funzt, es möchte gerne Open GL 2.1.
Der Inteltreiber bietet das aber nicht.
Okay, dafür funzen die Displayhelligkeitsregler jetzt nicht mehr.*g*


Vielen Dank an Yushatak an dieser Stelle! (http://www.pocketables.com/forum/showthread.php?t=8943)


Bootzeit mit Win7 Pro 32 Bit vorher 37 sek und nun 5 sek.
Insgesamt läuft alles deutlich flüssiger, es befinden sich ja jetzt auch 2 GB Ram anstatt 1 GB im Netbook.
Zugegeben, die Platte ist in Puncto Speed völlig oversized für das Netbook aber sie war nun mal gerade zur Hand.

Der Lüfter ist jetzt auch abgeklemmt und das Netbook erreichte an der wärmsten Stelle gerade mal 32-36°C, also kann das so bleiben.
Es ist nun völlig lautlos.*g*